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Nach insgesamt knapp neun und sechseinhalb Jahren als Elite-Radrennfahrer im internationalen Rennzirkus in UCI-gemeldeten Continental-Teams (UCI Europe Tour), angefangen über den Veloclub Romanshorn und dann bei Hadimec über Price-Your Bike mit letzter Station beim Team Atlas Personal-Jakroo hat für mich ein neuer Lebensabschnitt ausserhalb spitzensportlicher Betätigung angefangen.

Eine unvergessliche Zeit mit dem ganzen Spektrum an sportlichen Gefühlen zwischen Auswegslosigkeit und Serienerfolgen durfte ich in einer harten, aber sehr schönen Sportart erleben, die ich gegen nichts in der Welt eintauschen würde. Dies habe ich vielen Leuten zu verdanken, die mit ihrer Begeisterung für den Radsport und ihrem Einsatz, ihrer Unterstützung auf privater Ebene, im Verein, im Team oder an anderer Stelle ihren Teil dazu beigetragen haben. Meinen Mannschaften gelang es immer wieder, einen bunten Mix aus sehr interessanten und attraktiven Eintages-Rennen und mehrtägigen Rundfahrten in der Europe-Tour auf die Beine zu stellen.

Darüber, ob ich meine Ziele im Sport erreicht habe, lässt sich streiten und könnte sowohl mit nein als auch mit ja beantwortet werden. Auf alle Fälle war es ein fantastisches Gefühl, der Schweizer Spitze auf der Strasse angehört zu haben. Mit einer der offensivsten, unkalkulierbarsten und frechsten Fahrweisen im Feld nach dem Motto „frisch gewagt ist halb gewonnen“ bei jedem Rennen die Gegner gefordert, geärgert oder auch animiert und so immer etwas riskiert und für Rennaction gesorgt zu haben um damit gleichzeitig meine sportlichen Schwächen auszuhebeln und die Gegnerschaft aus den Reserven zu holen, lassen in mir unzählige Erinnerungen mit Gefühlen jeglicher Couleur hochkommen. Daraus sind ärgerliche Niederlagen aber auch die schönsten Siege entstanden, denn Sieg ist nicht gleich Sieg, sondern der Stil wie ein Sieg zu Stande kommt, kann diesen um ein Vielfaches aufwerten. Nicht bei jedem Rennen ist der Sieger auch der Protagonist, hingegen Sieger und gleichzeitig Protagonist zu sein schliesst Minimalismus vollständig aus und fordert stattdessen Kämpferherz, Leidenschaft und Risikofreude. Wenig anfangen konnte ich mit Mitstreitern, welche die härtesten, längsten, oder übertriebensten Trainingsprogramme abspulten, um dann in den Rennen lediglich schonend im Feld herumzuhängen und aus lauter Passivität den Postabgang zu verpassen und so jede Siegeschance provokativ Zunichte zu machen, nur um die nächste Woche wieder damit zu prahlen, wie gut und hart sie schon wieder trainiert hätten. - Radsport bedeutet meiner Meinung nach nicht, alle Energie im Training zu verballern... Radsport ist Rennen... - ...und das nicht im Training, sondern an den richtigen Rennen! Das war immer meine Philosphie und danach lebte ich.  

Eine vollständige Fokussierung auf den Radsport war durch die langjährige finanzielle und nichtfinanzielle Unterstützung zahlreicher grosszügiger Privatsponsoren und vieler Gönner möglich. Grundvoraussetzung war von Anfang an die elterliche Unterstützung.
Bei allen möchte ich mich dafür herzlich bedanken und freue mich über ein Wiedersehen mit vielen Bekanntschaften aus der Veloszene!



Bild:
Walter Lorenz


Wer in den Ranglisten der vergangenen Wochen nach mir gesucht hat, tat dies vergeblich. Die Resultate, die von mir erwartet werden, blieben aus, schlimmer noch: nicht einmal im hinteren Teil der Rangliste tauchte mein Name auf. Denn gesundheitliche Probleme lassen mich derzeit kaum der sportliche Schatten meiner selbst sein. Diverse medizinische Untersuchungen brachten keine plausible Erklärung für meine Probleme und daher bin ich unfähig, das Wettkampfgeschehen mitzubestimmen. Stattdessen muss ich kampflos zusehen wie zumindest Gerüchten zufolge an verschiedene Schweizer Elite-Kollegen Profi-Verträge verteilt werden. Nachdem es in den vergangenen Jahren mit vergleichbaren Leistungen fast unmöglich war, einen Schritt weiter zu kommen, wird nach jahrelanger Abwesenheit einer helvetischen Profimannschaft bekanntlich für 2013 ein neues Schweizer Profi-Team auf die Beine gestellt, welches endlich wieder einigen Schweizern eine Chance bieten kann.



Für das entgegengebrachte Verständnis für meine Situation danke ich meinem Team Atlas Personal – Jakroo, insbesondere für die Geduld von Teamchef Ueli Schumacher. In einer Welt, in der nichts als Platz 1, Nummer 1, sportliche Superlativen und Weltrekorde zählen, ist es nicht einfach, zu erklären, dass es zur Zeit schwieriger als unmöglich ist, überhaupt auf die Ersatzbank zu gelangen als von der Ersatzbank in die Auswahl 1.

Wann ich fähig sein werde, in den Spitzensport zurück zu kehren, steht derzeit in den Sternen. Zu viel ist jetzt schon verloren um nur im Geringsten noch aufzuholen was eigentlich möglich wäre. Deswegen wage ich keine Prognosen aufstellen. An der Motivation soll es zuletzt liegen sobald ich mich besser fühlen sollte, was ich wohl keinem zu erklären brauche, der mich etwas kennt.




Bild: Mario Caccioli

Das Sportamt Thurgau führte am vergangenen Mittwoch die traditionelle Sportlerehrung in Weinfelden durch. Alle Thurgauerinnen und Thurgauer, die an einem internationalen sportlichen Grossanlass den Kanton und die Schweiz vertreten hatten, waren dazu eingeladen. Rund 15 Spitzensportler von Eishockey über Pferdesport bis hin zu Golfern folgten der Einladung. Zusammen mit Kollege Claudio Imhof vertrat ich die Radrennfahrer-Fraktion, in meinem Fall aufgrund meiner Teilnahme an der Universiade in Shenzhen /CHN, von der ich vergangenen August als glücklicher Gold- und Silbermedaillengewinner zurückkehrte.   



MISSGLÜCKTE FLUCHT UND DANN "ALL IN" FÜR PIRMIN LANG MIT PROVOKANTER TAKTIK
Der Ostermontag-Klassiker „Rundstreckenrennen Schwarzhäusern“ musste mit horrendem Tempo gestartet werden um die gut 3 Minuten Handicap auf die Amateure wett zu machen. Schon vor Rennhälfte erfolgte der Zusammenschluss.
Kurz darauf setzte ich mich zusammen mit Mirco Saggiorato und einem Hörmann-Fahrer vom Feld ab, merkte aber schon bald, dass die anderen beiden nicht entschlossen aufs Gas drücken konnten oder wollten und wir nur gut eine halbe Minute herausholten.  So brauste das Feld einige Runden später wieder heran. Immerhin hatte ich die Chance, bei besserem Rennverlauf vorne mit zu mischen und mir ging das Benzin heute nicht aus… - gut, das Rennen war mit 100km auch nicht wirklich lang.
Später bildete sich wieder eine stark bestückte 3er-Spitze mit Simon Zahner, dem Biker Lukas Flückiger und von Atlas Daniel Henggeler, die maximal 46 Sekunden herausholten. Wir erhielten dann aber die Teamorder, trotz Teamkollege Henggelers Spitzenpräsenz hinten die Verfolgung auf zu nehmen, um für Lang die Ausgangslage vor zu bereiten. Laut Zuschaueraussagen weckten wir mit unserer Taktik aber sichtliches Unverständnis, denn sogar der Speaker soll sich despektierlich über unser Verhalten geäussert haben!  – Dass wir aber damit das Rennen noch einmal extrem spannend werden liessen, davon redet und dankt uns wohl wieder niemand!

Team Atlas Personal bei der Aufholjagd nach der 3er-Spitze. So präsentiert sich Teamwork, mit Nicolas Winter, Michi Baer, Bernhard Oberholzer und Finisseur Pirmin Lang im Schlepptau. Hohes Stundenmittel von 44.6km/h, wohl bemerkt gerechnet mit der Amateurzeit inkl 3 Minuten Stillstand der Elite!

Nun gut, während den 7 letzten Runden machten die Teamkameraden Baldo, Winter, Erdin, Baer und ich „all in“ und verballerten alles, um die 3er-Flucht noch einzuholen. Ziemlich genau 1km vor dem Ziel wurden die Ausreisser gestellt. Dass Daniel Henggeler dann aus dritter Position das Rennen doch noch gewinnt, ist eine bravouröse Leistung und er hat den lang ersehnten Sieg verdient! Nach meiner letzten Ablösung wurde ich von den nervösen Typen von hinten abgedrängt und so fehlte unserem Sprinter Pirmin Lang ein Teamkollege, sodass er zu früh den Sprint eröffnen musste. Lang erreicht nach dem GP Osterhas aber erneut Rang 2 und beweist, dass unsere provokative Taktik völlig berechtigt war!!! Ein sich langweilig ab zu zeichnendes Finale verwandelte Team Atlas Personal – Jakroo in ein Hitch-Cock Finish mit Doppelsieg anstelle eines sicheren Podiums.

Erstaunlich allerdings, dass bei einem quasi flachen Rennen von 131 gestarteten Fahrern viele, darunter etliche Elite, den Kontakt aus dem Windschatten verloren hatten, sodass am Schluss das Feld kaum mehr 30 Fahrer umfasste und nur gerade 49 die Zielflagge sahen! So ist Rang 19 das Abfallprodukt meiner Helferdienste für Lang und ich liess es mir nicht nehmen, mit erhobenen Armen auf der Ziellinie unseren Doppel-Abräumer zu bejubeln. Daniel Henggeler hat es verdient, endlich einen Sieg feiern zu können nach einem animierten Rennen!

So sieht ein perfektes Teamwork-Resultat aus: Doppelsieg und die geopferten Teamkollegen zurück im Nirgendwo auf 19, 32,33,34 und 35.

GP Schwarzhäusern:
1. Daniel Henggeler
2. Pirmin Lang

3. Mirco Saggiorato
weiters
19. Bernhard Oberholzer
32. Michi Baer
33. Nicolas Winter
34. Peter Erdin
35. Nicolas Baldo


Atlas-Personal stand beim traditionellen Osterkriterium GP Osterhas (Affoltern a. Albis) ganz klar in der Favoritenrolle. Während einige Teamkollegen schon in der Anfangsphase öfters die Big Points in den grossen Wertungen abräumten, bestand meine Aufgabe darin, das Rennen schnell zu machen. So erschien ich mehrere Male mit Attacken in der Offensive, hinten derweil die Gegner verbissen beschäftigt, mir nach zu setzen.

Bild: Neli Widmer

Bei Rennhälfte änderte sich dann nach meinen diversen nicht geglückten Ausreissversuchen meine Aufgabenstellung, denn meine besser positionierten Teamkollegen benötigten Unterstützung. Daher landete ich unwichtig nur auf Rang 14. Teamkollege Nicolas Baldo befand sich auf der Flucht mit Rufalex-Fahrer Roman Andres, der allerdings der bessere Sprinter als Baldo ist und dementsprechend grosse Siegchancen hatte und zudem eine Gefahr für den bis dahin in Führung liegenden Teamkollegen Michi Baer darstellte. Nach kurzer Besprechnung mit Mitfavorit Pirmin Lang attackierte ich aus dem Feld, um die beiden zurück zu holen. Für aufmerksame Zuschauer mag dies eine absurde Aktion von mir gewesen sein, einem eigenen Teamkollegen derart nachzusetzen, später sollte es sich aber genau dies als Schlüsselhandlung für einen Dreifachsieg herausstellen. Der Vorteil bestand darin, dass ich mit der Soloaktion ein hohes Tempo anschlug und gleichzeitig hinten die Gegner zum Nachsetzen zwang. Dadurch rückte alles wieder zusammen, Baldo und Andres eingeholt, Situation nach guter Rennhälfte neutralisiert.

Bild: Neli Widmer

Kurz darauf nach Abnahme einer grossen Wertung machte sich erneut Teamleader Nicolas Baldo davon zusammen mit Pirmin Lang im Schlepptau und provozierte mit diesem Vorstoss eine Atlas-Doppelführung, Roman Andres von Rufalex diesmal abwesend. Erst damit gelang uns die „Aufstellung" mit Erfolgschance! 
Nicht zuletzt meine zahlreichen Angriffe hatten wohl dafür gesorgt, dass die Gegner müder wurden und unfähig wurden, eine Aufholjagd nach Baldo und Lang zu organisieren. Derweil stahl unser Duo die vielen Punkte, um Andres zu überholen. Auf den letzten 3 Runden sorgten Erdin, Henggeler und ich für eine hohe Pace im Feld und zogen Michi Baer den Schlusssprint an. Erfolgreich beanspruchte Baer die übrigen Punkte und sicherte für Atlas Personal auch noch Platz drei!
Nicolas Baldo vor Pirmin Lang und Michi Baer, das Podium gefüllt mit Atlas-Fahrern! – Nicht zuletzt dank guten mannschaftlichem Zusammenspiel!


Der 156km lange GP Valloton in Fully begann für mich schon unheilvoll mit einem frühen, zu langen Boxenstopp im ersten Anstieg (Hinterraddefekt), und endete desaströs mit einem komplett leeren Tank auf den letzten 20km! Schon im ersten Anstieg sah ich mich dadurch gezwungen, die Drehzahl ins Tiefrote zu drehen. Wie es dazu kam:

Zermürbender Rennverlauf
Ein grösseres Gebilde von ca 10 Fahrern mit den Teamkollegen Henggeler und Baur setzte sich in Umgang 1/5 an die Spitze. Etwas später entstand eine 8er-Verfolgung mit mir und Mannschaftskamerad Pirmin Lang. Kurz vor dem Zusammenschluss und am Anstieg nach Chamoson hinauf forcierte die Spitze das Tempo. Schon etwas angeschlagen nach 100km war ich unfähig, aufwärts der Spitze ebenfalls eine erhöhte Pace entgegen zu setzen. Pirmin Lang hingegen war gut drauf und erreichte die Spitze noch. Während einer weiteren Runde kämpften wir weiter zu sechst um den Spitzenanschluss immer gute 30 Sekunden hinter dem Hauptgeschehen, für mich ohne Erfolg, bis schliesslich nach 135km bergauf meine Beine völlig kraftlos beinahe den Tritt aufgaben. Fast eine grössere Tortur war die quälende, powerlose Fahrt auf den letzten 20km im heftigen Gegenwind Richtung Ziel. Rang 19 mit grossem Rückstand ist das ernüchternde Ergebnis.

Starker Baur
Ungeachtet dessen liess der junge Teamkollege Felix Baur, von Anfang an in der Spitzengruppe, in seiner ersten Elite-Saison mit dem 3. Platz gleich mit einer Podiumplazierung von sich reden. Pirmin Lang, mit dem ich um den Anschluss gefahren war, machte aus unserer Situation das,  was ich mir auch vorgestellt hatte: Er fuhr gleich dahinter noch auf den guten 4. Platz, gefolgt von Henggeler auf 9. Mit meiner Arbeit in der Verfolgung bin ich immerhin am Teamerfolg beteiligt. Das Team vom Centre mondial du Cyclisme landete einen Doppelsieg.

Seit einer Woche liefere ich mir einen Fight mit einer bakteriellen Augenentzündung, die aber wohl kaum als Ausrede für das schwache Abschneiden in Fully taugt. Ehrlich gesagt finde ich keine Erklärung für diesen Renntag, ausser dass mich offensichtlich das gute Körpergefühl am Vorabend wieder einmal auf den Arm genommen hatte! Zuvor war sowohl in Mendrisio als auch in Courtine die Leistung deutlich besser, denn Fully ist seit langem das erste Schweizer Rennen, bei dem ich nichts zu melden hatte bezüglich Rennausgang!


Beim 120km langen GP de la Courtine im jurassischen les Genevez trat Atlas Personal mit der ganzen Mannschaft an. Damit wurde verständlicherweise bei den Elite die Verantwortung an unsere Mannschaft abgeschoben, das immense Zeithandicap von 8 Minuten am Start auf die Amateure zu reduzieren. Unsere Taktik bestand aber darin, nicht das ganze Elitefeld an die Amateurspitze zu führen. So entstand bei heftigem Wind unter dem Tempodiktat von Atlas Personal eine Fünfergruppe ausschliesslich aus Atlas-Fahrern: Nicola Baldo, Jonathan Fumeaux, U23 SM Marcel Aregger, Simon Pellaud und mir.


Das ganze Rennen bildeten wir zu fünft die Elite-Spitze auf der Jagd nach den führenden Amateuren bei heftigen Windverhältnissen. Die Amateur-Hauptgruppe leistete starken Widerstand. Erst rund 5km vor dem Ziel erfolgte der Zusammenschluss, die letzten Flüchtlinge der Amateure wurden gar erst auf der ansteigenden Zielgerade zurückgeholt. Auf den letzten beiden Kilometern attackierten die Teamkollegen Baldo und Fumeaux erfolgreich und sorgten für einen Atlas-Doppelsieg! Dahinter folgen Salzinger auf 5 und ich auf Platz 6. im Sprint. Mit diesem 6. Rang nach einem harten Arbeitstag bin ich zufrieden, denn hinter mir liegt eine nicht ganz optimale Woche, wodurch ich die grossen Trainingsbelastungen auf Freitag und Samstag (inklusive dem TRC Winterrennen in Brütten) legen musste und damit nicht vollständig erholt an den Start ging, was nicht zwingend ein Nachteil sein muss.

RESULTATE GP DE LA COURTINE:
1. Nicolas Baldo (Atlas)
2. Jonathan Fumeaux (Atlas)
weiters:
5. Florian Salzinger (Atlas)
6. Bernhard Oberholzer (Atlas)



Früh im verregneten Rennen entstand eine Spitze, aus der sich Teamkollege und U23 Schweizermeister Marcel Aregger und Claudio Imhof zusammen mit einem Italiener verabschiedeten und den diesjährigen GP Mendrisio prägten. Aregger gewinnt mit einer starken Leistung und holt den ersten Saisonsieg vor Claudio Imhof für unser Team!!
Nach 3 von 11 Runden löste sich eine Verfolgergruppe mit mir und Teamkollege Fumeaux vom Feld und alsbald schlossen wir zum abgehängten Teil der Spitze auf, in der auch Patrick Schelling und Pirmin Lang steckten. Aufgrund der 15 Fahrer umfassen Gruppengrösse herrschte Uneinigkeit. Wir leisteten der Teamorder von Teamchef Ueli Schumacher Folge und versuchten mit etlichen Versuchen, die Gruppe zu sprengen, denn der Vorsprung der Vorhut um Aregger war komfortabel. Auf den letzten 30km war ich dann mit einem Italiener aus der Hauptgruppe entflohen. Weil dieser aber mit seiner Leistung bald nachliess, blieb ein Grossteil der Führungsarbeit an mir hängen und verpuffte so an 4. Stelle liegend viel Energie. 4km vor dem Ziel wurde ich auf dem höchsten Punkt des Parcours doch noch eingeholt und traf im Ziel auf Platz 10 ein, etwas mehr als 1 Minute hinter der Spitze. Unser Team funktionierte allgemein sehr gut und in jeder gefährlichen Aktion waren wir mit mindestens 2 Fahrern vertreten und so wurde unsere Leistung mit dem Sieg von Aregger belohnt.

Trainingsfreund Claudio Imhof hat viele überrascht mit seinem sensationellen 2. Platz! Den ganzen Tag aktiv an der Spitze hat er sich dieses tolle Resultat mit viel Einsatz verdient, nachdem er in den vergangenen zwei Jahren lange Zeit auf der Strasse ausser Gefecht gesetzt war.



Auf einem völlig flachen und teils verwinkelten Rundkurs mit einer Renndistanz von 192km waren meine Erfolgsaussichten beim internationalen Rabobank Dorpenomloop (UCI 1.2) eher gering. Nach 5km deshalb mein erster Versuch an der Spitze etwas zu bewirken, zuerst zu zweit, dann schlossen weitere drei Konkurrenten auf, bis sich die Gruppe auf 15 Leute vergrösserte, lag ich während 20 Kilometern an der Spitze des Rennens mit geringem Vorsprung. Hinten beruhigte sich die Situation nicht und so entstanden nach unserer Einholung diverse Fluchtgruppen, bei denen u.a. Teamkollege Jan Keller oder später auch Daniel Henggeler Unterschlupf für Atlas vertreten waren.

In der Schlussphase gelang es uns Atlas-Fahrern nicht, uns im Gewirr des 180er-Feldes für den Massensprint zu organisieren. Stürze erschwerten die Situation zudem. Mit Platz 23 landete ich kein zählbares Resultat, und wir schafften es nicht,  unsere Sprinter Pirmin Lang oder Jan Keller mit den grössten Ambitionen in Position zu bringen. Keller wusste sich allerdings selbst zu helfen, konnte seine gute Ausgangsposition 500m vor dem Ziel allerdings diesmal noch nicht nützen.

Immerhin aber sah ich erstmals diese Saison das Ziel und kann dieses Rennen als gutes Training abhaken.



   


Die Omnium Schweizermeisterschaften auf der Bahn (in Aigle) verliefen für mich nicht wie erhofft. Das angestrebte Top 5-Resultat verpasste ich mit Schlussrang 7. Einzig in der Disziplin Punktefahren (4.) und in der Einzelverfolgung (5.)  gehörte ich zu den Stärkeren. In die Nähe meiner persönlichen Bestleistungen aus der vergangenen Saison kam ich aber weder in der  4000m Einzelverfolgung noch im Kilometer-Zeitfahren heran. In den Ausdauerdisziplinen Punktefahren und Scratch machte ich physisch einen besseren Eindruck.
Seinen Schweizermeistertitel konnte Silvan Dillier (Team EKZ) mit beeindruckenden 5 Disziplinensiegen klar bestätigen. Kollege Claudio Imhof holte die Silbermedaille.



Gestern ist Trainingslager Nummer 3 mit einem mittellangen Abschlusstraining zu Ende gegangen. Bei nochmals angenehmen Temperaturen in kurz-kurz tankten wir abermals viel Sonne im Training und konnten damit das Trainingslager mit der Bahn-Nationalmannschaft mit gutem Gefühl beenden. Wertvolle Kilometer runden meinen Ausdauerblock ab.


Bild: Neli Widmer

Anfang Februar fand in der Turnhalle in Sulz die Teampräsentation vor zahlreichen Interessierten und  versammelter Presse statt. Dabei entstanden die ersten Aufnahmen mit dem kompletten Team  Atlas Personal - Jakroo 2012.  

Bild: Karl-Heinz Lutz


Das 18 Fahrer umfassende Team Atlas Personal - Jakroo 2012
hintere Reihe: (von links) Felix Baur, Jonathan Fumeaux, Pèter Kusztor (HUN), Pirmin Lang, Nicolas Baldo (FRA), Florian Salzinger (GER)
mittlere Reihe: Jan Keller, Daniel Henggeler, Bernhard Oberholzer, Marcel Aregger, Simon Pellaud, Raphaël Addy, Marcel Wyss
vordere Reihe: David Rösch (GER) Michael Baer, Patrick Schelling, Peter Erdin, Nicolas Winter


Bild: Karl-Heinz Lutz


Bild: Karl-Heinz Lutz

von links: Bernhard Oberholzer, Peter Erdin, Teamchef Ueli Schumacher und Pirmin Lang




Spontan und kurzfristig habe ich die Möglichkeit wahrgenommen, zusammen mit der Bahn-Nationalmannschaft unter der Leitung von Daniel Gisiger für eine Woche nach Mallorca zu fliegen. Durch meine Krankheitspause Anfangs Februar hat sich mein Trainingsplan verschoben. Hier auf Mallorca bei wärmeren Bedingungen finde ich optimale Verhältnisse für die langen Ausdauereinheiten in einer grösseren Gruppe.


Das über rund 180km und fünf Runden führende Profirennen GP Lugano der Klasse UCI 1.1 mit diversen Steigungen war aufgrund des heftigen Nordföhns sehr hart. Im Feld vielleicht weniger, aber gleich nach dem Start lancierte ich nach der ersten Tempoverschärfung eine Konterattacke und löste damit die erste Fluchtgruppe aus, zuerst zu zweit. Kurz darauf schlossen drei weitere Rennfahrer auf und wir öffneten die Lücke. Hinten wurde ungewohnt früh schon wieder das Tempo forciert und bei den starken Windverhältnissen hatten wir es vorn auf diesem Parcours äusserst schwer. Gut das halbe Rennen befand ich mich rund 90km an der Spitze, ehe wir kurz vor der grossen Steigung wieder gestellt wurden. Als ich dann am Schluss des Feldes in der Abfahrt auch noch die Luft im Hinterreifen verlor, war das Rennen für mich gelaufen. Zufrieden bin ich, dass ich mich ohne persönliche Topverhältnisse schon aktiv auf diesem Niveau vor zahlreichem Publikum in Lugano an der Spitze gezeigt habe. Ziel wäre allerdings ein Finish gewesen, dazu hätte ich aber wohl im Feld bleiben müssen. Die Teamtaktik lautete allerdings, einen Fahrer in der Spitze zu platzieren, was mit mir gelungen ist. Ein intensiver "Trainingstag" für mich.


Das über 195km und 4 längere Anstiege führende Profirennen Trofeo Laigueglia (UCI 1.1) war zum Saisonbeginn eine Nummer zu schwer für mich. Weil das Rennen aber einerseits für mich als Abschluss des zweiten Trainingslagers lediglich zu Trainingszwecken bestimmt war und andererseits meine Fiebererkrankung vor zwei Wochen die Trainingsplanung etwas über den Haufen warf, stand ich ohne Druck und natürlich nicht völlig erholt am Start.
Meine persönlichen Ziele habe ich indes erreicht, denn ich behielt den Anschluss ans Feld über die ersten beiden Berge und musste dann am dritten Anstieg einsehen, dass ich mit meinem bisherigen wenig intensiven Grundlagen-Training noch Leistungsdefizite im anaeroben Intensitätsbereich habe. Immerhin 140 wertvolle Rennkilometer stehen damit zu Buche.

Eine ansprechende Leistung zeigte Teamkollege Marcel Wyss, vergangenes Jahr noch bei Geox als Profi unter Vertrag. Er überquerte in der zweiten Gruppe als 45. mit geringem Abstand auf Sieger Moreno Moser (Liquigas) die Ziellinie. Ebenfalls das Ziel erreichte Petèr Kusztor als 65.   



Bei extrem besseren Wetterbedingungen als in der Schweiz zogen wir mit der Umdisponierung von Cesenatico (Bei Traininglagerbeginn Schnee!) nach San Bartolomeo in der Region Genua den Joker. Wir spulten diese Woche unsere Trainingseinheiten bei immer besser werdendem Wetter ab, während in der Schweiz immer noch frostige Temperaturen gemeldet wurden. Am Wochenende ist für mich mit dem Profirennen Trofeo Laiguelia der Klasse UCI 1.1 ein äusserst harter Saisonstart geplant, bei dem ich nicht mit einem „Einrollen“ in die Saison rechnen kann, denn der Parcours führt über 4 grössere Anstiege zwischen 6 und 10km Länge! Wenn die U23-Fahrer unserer Equipe mit der Nationalmannschaft nicht in Mallorca weilen würden, hätte ich mit meinem jetzigen Formstand und dem Trainingsunterbruch wegen Krankheit wohl auf dieses schwere Rennen verzichtet und einem Kollegen in besserer Verfassung die Teilnahme überlassen. So sehe ich das Rennen als erste richtige Standortbestimmung.  



Eigentlich hätte der GP Etruschi das Eröffnungsrennen 2012 werden sollen. Just über Nacht vor der Abreise fühlte ich mich unwohl und stellte erhöhte Temperatur fest: Damit war klar, dass ich auf den Saisonstart verzichten musste. – Die richtige Entscheidung. Auskurieren war angesagt, Saisonstart verschoben.



Am kommenden Wochenende beginnt die Radsportsaison 2012 schon unerwartet früh beim GP Costa degli Etruschi in der Toscana. Trotz vergleichsweise tiefem Kilometerstand gegenüber der Mehrheit meiner Teamkollegen habe ich von der Teamleitung ein Aufgebot erhalten. So gesehen starte ich ohne Ambitionen in dieses Rennen und versuche, möglichst viele Rennkilometer zu sammeln.



Das Team Atlas Personal – Jakroo startet am 4. Februar 2012 bereits in die Saison. Mit der Coppa Costa degli Etruschi (Pokal der etruskischen Küste) wartet eine Wildcardeinladung für das Profirennen mit UCI-Status 1.1 auf uns. Wer im Aufgebot figuriert, wird nächste Woche entschieden, deshalb ist noch unklar, ob ich selbst schon Anfangs Februar wieder ins Renngeschehen einsteige.



Zusammen mit den beiden deutschen Teamkollegen Florian Salzinger und David Rösch, dem Ungaren Petèr Kusztor und den beiden Schweizern Michael Baer und Patrick Schelling fand sich eine kleine Gruppe des Teams Atlas-Personal für das erste Trainingscamp auf privater Basis in La Marina bei Alicante zusammen.   

Für mich ging es in erster Linie darum, die Grundlagenausdauer bei niedrigen Pulsfrequenzen und angenehmen Temperaturen zu verbessern, wodurch ich auch gerne mal die Führungsarbeit den Kollegen überliess oder weniger lange an der Spitze der Gruppe zu fahren pflegte. Ziel dabei war es, Sattelstunden zu sammeln und nicht völlig erschöpft in die Schweiz zurück zu kehren. 

Das letzte Training am Freitag stellte sich für mich dann als härtestes dar, denn wir fuhren längere Anstiege, einer davon fast überhängend, und ich war gezwungen, den „Motor“ mal kurzzeitig fast ins rote zu drehen. Wohl richtig überdrehen musste Teamkollege Michi Baer, der ausgerechnet im steilsten Stück von einem gefährlichen Hund verfolgt wurde und so seine Bergqualitäten testen musste! Mit vielen Erlebnissen bin ich nun wieder zurück in der Schweiz.

Ganz herzlichen Dank geht an die Familie Maier für das kostenlose zur Verfügung stellen ihres grossräumigen, schönen Ferienchalets.

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